Reiseberichte

Apulien…?…Wo ist denn das?

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Italien war für mich mal wieder eine Reise wert. Diesmal sollte es Apulien sein. Viele Italienreisende kennen Apulien allenfalls vom Namen, dabei verdient die Region im Süden des Stiefels, genauer Sporn und Absatz, wegen seiner kulturellen und landschaftlichen Reize gewiss mehr Beachtung.

Ich habe mir erst einmal den Absatz vorgenommen, die Region Salento. Mit 2 Stunden Flug ab Köln nach Brindisi, Mietwagen (unbedingt) und nach ca. 1 Stunde Fahrt haben wir unsere Masseria erreicht. Masserien sind Landgüter, die zunehmend mehr in stimmungsvolle kleine Hotels umgebaut werden und nicht selten auch einen Pool haben.

Apulien, auch die steinerne Toskana genannt, ist von über 800 km Küste umgeben. Die Strändean der Adria und am Ionischen Meer mit ihrem glasklaren Wasser, sind teils von Felsen begrenzt. Schnurgerade Landsträsschen führen durch menschenleere Olivenhaine mit uralten Baumskulpturen, dazwischen blühen gerade in dieser frühen Zeit im Mai in buntester Vielfalt Wildblumen. Nicht nur wegen seiner zauberhaften Landschaft ist Apulien sehenswert, viel Kultur und Genuss hat die Region zu bieten. Zu dieser Landschaft gehört guter Wein, das beste Olivenöl Italiens und eine wunderbare frische Gemüse- und Wildkräuterküche, die man nur zu gut in den kleinen Trattorien der verschlafenen Städtchen kosten sollte. Die Preise sind sehr moderat, steigen allerdings manchmal in der Hauptsaison im August an. Gerade in den letzten Jahren hat sich Apulien modernisiert, viele Altstädte sind restauriert und wenn mittags unter der gleißenden Sonne das leben still zu stehen scheint, erwacht am Abend das volle leben, die Straßenbeleuchtung in barocken Schnörkelstil verwandeln so manche Innenstadt und Hafen in märchenhafte Schauplätze, die man eigentlich nur noch aus den Filmen der 50er und 60er Jahre kennt. Genau unser Ding! Wir geniessen die sonnigen Vormittag in unserer Masseria und bummeln jeden Abend in einem anderen Örtchen in der Nähe (Lecce, Otranto, Galipoli). Nach einer Woche wechseln wir die Regionen und haben ein Ferienhaus im Valle d`Itria, bekannt durch seine vielen Trulligebäude (Bauerhäuser mit witzigen Spitzdächern – trulli-), gemietet. Diese Region ist lebhafter als das Salento, über die Region verteilen sich hübsche Barockstädtchen wie Martina Franca und orientalisch anmutende Hügelstädtchen, wie Locorotondo und Ostuni, die weisse Stadt. Alberobello, seit 1996 unter Unesco-Schutz dank seiner kuriosen und einzigartigen Architektur aus rund 1000 trulli – unbedingt sehenswert.

Ein Ausflug durch wunderschön geschwungene Landschaft führt uns zur achteckigen „steinernen Krone Apulien“, dem Castel del Monte im Hinterland von Bari gelegen. Das Castel Friedrich des II wurde ebenfalls von der Unesco 1996 auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

14 Tage in dieser Region war nicht zu viel und wir können uns gut vorstellen erneut hier einen Kurzurlaub zu machen. Die Kosten für den Flug und die Unterkunft sind in der Vor- und Nachsaison sind sehr moderat, die Nebenkosten günstig und das Ambiente einzigartig!

Wieder einmal war Bella Italia eine Reise wert!

Wohnen und Schlafen Größere Hotels und Anlagen findet man eher in direkter Strandlage . Viele kleine komfortable Hotels im 3 und 4 Sterne Bereich, die aber meist im Inland liegen, bieten mehr Ruhe und vor allem Ambiente. Außerdem empfehlenswert kleine Bed & Breakfast Unterkünfte. Typisch und oft komfortabel empfehle ich ein Unterkunft in einer der schönen Masserien. Essen und Trinken unterwegs ist am besten in kleinen Trattorien der Örtchen oder am Straßenrand zu empfehlen – immer günstig, typisch und echt lecker.

Ihre Anne Jansen-Schaffers