Reiseberichte

Vietnam – bedeutet Volk im Süden – im Süden von China.

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Vietnam liegt am Chinesischen Meer mit Grenzen im Norden an China, im Osten an Laos, südlich an Kambodscha und gehört zur Region Indochina.

Nach ein paar Tagen Akklimatisierung in Bangkok, eine meiner Lieblingsstädte, fliegen wir von dort nach Hanoi, der Hauptstadt des Landes, im Norden liegend, und sind ganz gespannt was uns erwartet. Hanoi ist uns in erster Linie eigentlich nur aus Katastrophenmeldungen in den Nachrichtensendungen unserer Kindheit bekannt.

Hanoi – da sind wir nun und müssen uns vom Flughafen in die Innenstadt bringen lassen. Hier werden wir am Abend zu unserer Reisegruppe stoßen, deren Teil wir für eine Woche vom Norden bis in den Süden Vietnams sein werden. Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt, da wir uns schon in Deutschland ein Touristenvisum besorgt haben. Ohne dies geht’s nämlich nicht.
Die Autofahrt in die Stadt ist abenteuerlich. Eigentlich dachten wir, Bangkok wäre in Sachen Autoverkehr sehr gewöhnungsbedürftig für uns Europäer, aber in Hanoi und ganz Vietnam gelten offensichtlich Verkehrsregeln höchstens als Empfehlung an die sich aber wohl keiner so richtig halten will. Autofahren möchte ich hier im Leben nicht selbst… aber ich könnte ja auch schon allein die Schilder nicht lesen.

Angekommen in dem zentral gelegenen und ordentlichen Hotel in der Nähe der Altstadt, lassen wir lediglich unser Gepäck aufs Zimmer bringen. Kurzes Frischmachen, wir haben 3 Stunden Zeit, bis wir unserer Gruppe treffen sollen. Kleiner Stadtplan, kurze Orientierung und dann los ins Getümmel.
Das ganze Leben, ähnlich wie bei den Chinesen, findet hier auf der Straße statt. Haare werden geschnitten, Gemüse geputzt, Schuhe besohlt, gekocht, verkauft, repariert und hinten im sogenannten Geschäftsraum werden Hausaufgaben gemacht und die Oma gepflegt, deren Bett direkt neben dem neuangeschafften Mopeds steht.
Mopeds und überall Mopeds… hupende Mopeds… offensichtlich das Statussymbol des modernen Vietnamesen auf dem man sieht und gesehen wird. Welch anderes Leben!

Mit etwas Verspätung (leider) stoßen wir zu unserer überschaubaren Reisegruppe und werden in ein Restaurant geführt in dem wir den ersten Kontakt mit der hochgelobten vietnamesischen Küche bekommen. Viele köstliche Kleinigkeiten erwarten uns. Es gibt das allseits beliebte Hanoi Bier, erfrischend und unserem Bier sehr ähnlich.
Bei der Abendunterhaltung in einem kleinen Theater der Stadt können wir allerdings nur noch bedingt folgen, so müde sind wir.

Nach einem guten Frühstück mit allem drum und dran beginnt unsere Stadtrundfahrt mit gepackten Koffern zu den Highlights der Hauptstadt. Hoh Chi Minh Mausoleum und Onkel Hohs „Palast“ und Lebensraum …Säulenpagode.

Nach dem Mittagessen Weiterfahrt zur Halongbucht, die Bucht des „Herabsteigenden Drachen“. Seit 1994 größtenteils als Weltnaturerbe unter Unesco-Schutz stehend, ist sie mein persönliches Traumziel auf der Reise.

Am nächsten Tag erwartet uns eine atemberaubende Kreuzfahrt, ganz leise, vorbei an den unzähligen kleinen bewohnten und unbewohnten grünen Inselchen, die am frühen Morgen aus dem vernebelten Meer auftauchen.
Alten Mythen zufolge sei es einem Drachen zu verdanken, dass die Bucht im Tonkin-Golf mit ihrer imposanten Anmut beeindruckt. Als das glückbringende Fabelwesen im Norden Vietnams zum Hieb ausholte, zersprang ein Berg in unzählige Stücke. Auf über 1500 Quadratkilometern im Ozean verstreut, lassen die Formationen aus Kuppeln und Plateaus, Türmen und Zinnen sowie Sattelfelsen und spitzen Gipfeln heute unweigerlich den Auslöser der Digital-Kamera drücken.

Der nächste Tag soll uns nach kurzem Flug in die alte Kaiserstadt Hue in Zentralvietnam bringen. Die Temperaturen sind etwas höher als in der Hauptstadt, doch nach einem kleineren Taifun, dem wir aus dem Weg gehen konnten, ist das Klima abgekühlt und frisch.

Mir fallen wieder Schlagzeilen aus dem Vietnamkrieg ein; nicht weit von Hue verlief der Versorgungspfad der Nordvietnamesen, der legendäre Hoh Chi Minh Pfad. Doch heute ist die letzte Kaiserstadt Vietnams eher eine verlassene Schönheit.
Bis 1945 hat hier noch ein König regiert. Nach einer Bootsfahrt in einem der Drachen­boote auf dem „Fluss der Wohlgerüche“ oder „Parfumfluss“, besuchen wir die Pagode der Himmelsgöttin; das dahinter liegende Kloster, ein meditativer Ort, an dem ich gern ein Stündchen entspannen würde. Doch unser Programm ist straff und die Temperaturen steigen.

Es erwartet uns China im Miniformat: Mit Dörfern, Reisfeldern und Tempeln und einer Verbotenen Stadt trat Hues Zitadelle einst gegen den großen Kaiserpalast in Beijing an. Heute glänzt vor allem der Kaiserpalast, der mit Hilfe von UNESCO Geldern restauriert wird.
Pompös werden wir von den alten Kaisergräbern begrüßt und vom Reiseleiter erfahren wir, dass für die Herrscher der Tod nur der Anfang von allem war.

Der nächste Tag bringt uns über den Wolkenpass, Grenzstation im Vietnamkrieg zwischen Nord und Süd. Wir haben wirklich seltenes Glück, von Wolken nicht zu sehen, dafür aber einen atemberaubenden Blick über das Land und das Chinesische Meer.

Über die Hafenstadt Da Nang, die mir als US – Luftstützpunkt und Hafen der Flugzeugträger noch ein Begriff ist, gelangen wir nach Hoi An, ein weiteres UNESCO Kulturdenkmal, dessen Altstadt uns geradewegs ins Mittelalter führt. Der nachmittägliche Stadtrundgang reicht mir eigentlich nicht, gerne würde ich hier ein paar Tage ausspannen – vielleicht bei einer zweiten Reise – wäre schön.

Am nächsten frühen Morgen starten wir mit dem Flieger von Da Nang aus nach Saigon. Pariser Luft schlägt uns rund um die Kathedrale Notre Dame entgegen. In der bunten und quirligen Markthalle, in der Händler aus 3m² Ministänden alles was Indochina bietet zum Kauf präsentiert, finden wir ein paar Mitbringsel und überall hunderte, nein eher tausende von jüngsten Motorradfahrern, die hier wirklich alles transportieren – Strohballen, Rohre, Hühner und Enten in Käfigen, Schweinehälften oder sei es einfach nur die 4-köpfige Familie.
Den Abend verbringen wir auf der Dachterrasse des legendären Hotel Rex, von hieraus hielten die Amerikaner ihre tägliche Pressekonferenz ab, heute trifft sich hier eher die europäisch-asiatische Geschäftswelt und der Jet Set.

Zum Abschluss unserer Rundreise machen wir eine Tour zu den Höhlensystemen der Vietkong, Chu Chi. Kilometerlange Gänge verbinden viele Räume unter der Erde und ermöglichten den Nordvietnamesen den Guerillakrieg im Herzen des Südens.
Am Abend genießen wir ein letztes Mal die wunderbar leichte vietnamesische Küche – welch intensive Reise und tolle Eindrücke.

Ihre Anne Jansen-Schaffers

Einreise: Visum vorab bei der Botschaft Vietnams beantragen.
Reisezeit: Februar bis Dezember.
Währung: Vietnamesischer Dong (VND): 1 Euro entspricht rund 22 000 VND.
Veranstalter: Thomas Cook, Meiers Weltreisen, Der Tour, Studiosus und eine Anzahl kleiner Spezialisten.